La Gomera - die ewig grüne Insel und ein Paradies für Walbeobachter und Walforscher

 

La Gomera ist eine der sieben großen kanarischen Inseln und liegt westlich von Teneriffa.
Wie könnte es anders sein: Die Inselkette der Kanaren ist vulkanischen Ursprungs! Der 3.718 Meter hohe Vulkan Pico del Teide auf Teneriffa ist besonders bei klarem Wetter auch von La Gomera aus gut zu erkennen. Anlaß der Reise nach La Gomera war der Einblick in die Forschung von M.E.E.R. e.V. und eine Wal- und Delfintour mit M.E.E.R. e.V.. Doch bietet die Insel so zahlreiche Möglichkeiten, dass man den gesamten Aufenthalt sehr abwechslungsreich gestalten kann. M.E.E.R. ist ein eingetragener Verein unter der Leitung des Biologen Fabian Ritter mit Sitz in Berlin: Die Abkürzung MEER steht für Mammals-Encounter-Education-Research (Säugetiere-Begegnung-Bildung-Forschung).



© Susanne S. Braack

Die Anreise nach La Gomera zieht sich dadurch in die Länge, dass man zunächst nach Teneriffa fliegen und von dort mit der Fähre nach La Gomera weiterreisen muss. (Die Wartezeit bis zur Abfahrt der Fähre verkürzt die Sache nicht gerade.) Man fährt mit einer der Schnellfähren (Katamaran oder Trimaran) der Olsen-Linie, die für ihre Schnelligkeit berühmt und berüchtigt sind. Berühmt, weil man doch recht schnell „drüben“ ist (Reisekaugummis gegen Seekrankheit sollten im Gepäck sein, das Ding fetzt richtig los – bis 70 km/h), berüchtigt, weil Wale der Fähre aufgrund der hohen Geschwindigkeit nicht ausweichen können und auf diese Weise schon einige Wale bei einer Kollision mit der Fähre getötet wurden.

Wenn man Wale und Delfine in freier Natur erleben möchte, empfiehlt sich eine Unterkunft im Valle Gran Rey, was bedeutet, dass man nach der Ankunft im Hafen von La Gomera, nochmal eine Tour von ungefähr einer Stunde im Auto vor sich hat, und zwar durch die Berge. Ein ständiges „Hin und Her“ durch die Serpentinen der Berge, doch hat es auch einen Vorteil: Man erhält bereits einen Eindruck von der Schönheit der Insel.

© Susanne S. Braack

Der mittlerweile berühmte Lorbeerwald, auch Nebelwald genannt, wurde 1986 von der UNESCO als Welterbe der Menschheit anerkannt, genießt höchsten Schutzstatus und ist als Nationalpark (4526 ha) ausgewiesen.
Empfehlenswert sind die Wandertouren mit Timah. Wir waren mehrmals mit dem Bergführer Chris Hochuli unterwegs. Atemberaubend war nicht nur die Natur, sondern auch das Wissen der Führer über die Tier- und Pflanzenwelt sowohl von La Gomera als auch über die Kanaren im Allgemeinen. Wenigstens eine Tour ist ein absolutes Muss bei einem La Gomera Besuch (und ich wette, bei einer Tour wird es nicht bleiben). Der Hammer ist die Tour „Fabelwald“. Oder habt ihr sonst irgendwo auf der Welt schon mal Spinnennetze gesehen, die horizontal gebaut sind? Der Grund: Der Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit im Wald. Die Spinnen bauen die Netze horizontal, damit der Wind und die Wassertröpfchen in der Luft die Netze nicht zerreissen (bei uns bauen die Spinnen die Netze vertikal, damit die Insekten reinfliegen, stimmt’s?).
Aber dann ging es endlich raus auf’s Meer. Susanne S. Braack, Mitarbeiterin von M.E.E.R. e.V. und Inhaberin der Reiseagentur Wellenreiterreisen auf La Gomera begleitet die Ausfahrt. Sie erklärt vor jeder Ausfahrt, was beim Whale Watching wichtig ist und dass wir mit einem kleinen umgebauten Fischerboot rausfahren, das mit der Flagge „Barco Azul“ ausgestattet ist. Alle Skipper, die sich dem sanften Whale Watching verschrieben haben, fahren mit dieser Flagge. Was man unter „sanftem Whale Watching“ versteht, findest du hier.

Die Fahrt startet vom beschaulichen Hafen Vueltas. In einer Seitenstrasse findet man auch das Büro von M.E.E.R., wo jeden Montag Infoabende stattfinden.
Um es vorweg zu nehmen, die Ausfahrt dauert ca. drei Stunden und selbst bei ruhiger See würde ich auf Reisekaugummis im Gepäck nicht verzichten, auch wenn man sie nicht benötigt (aber vielleicht ein Mitreisender, dessen Dankbarkeit nicht mit Worten auszudrücken ist). Es dauerte eine Weile, aber dann war es soweit.


© Susanne S. Braack

Ungefähr 50 gefleckte Delfinen näherten sich mit großen Sprüngen dem Boot von hinten. Das Erlebnis kann ich wirklich als fast „hautnah“ beschreiben, weil das Boot echt klein ist und man die Delfine mit wenig Abstand zur Wasserlinie beobachten konnte. In der Delfingruppe waren auch einige Mütter mit ihren Jungen (Kälber) zu sehen. Selbst die Kälber sprangen recht hoch aus dem Wasser. Der Skipper stoppte den Motor, sodass wir das Spektakel sogar ohne Motorgeräusch beobachten und geniessen konnten. Es war so, als hätten die Delfine großen Spaß daran. Genau so muss Whale Watching sein, basierend auf der Freiwilligkeit der Tiere. Nebenbei notierte Susanne S. Braack die Sichtungsdaten, wie Delfinart, Größe der Schule, Position der Sichtung, Anzahl der gesichteten Kälber. Denn M.E.E.R. e.V. betreibt ernsthafte Forschung.


© Susanne S. Braack

La Gomera ist aufgrund der hier so zahlreich vorkommenden Wal- und Delfinarten eine Art Paradies nicht nur für Walbeobachter, sondern auch für Walforscher. Der M.E.E.R. e.V. hat hier echte Pionierarbeit geleistet. Die Erforschung der Cetaceen vor La Gomera begann mit der Diplomarbeit von Fabian Ritter im Jahre 1995. Was als Studienabschlussarbeit begann, ist heute zu einem international anerkannten Forschungsprojekt geworden. Als erste Institution betrieb der MEER e.V. detaillierte Studien an den Walen und Delfinen vor La Gomera und bis heute hat sich die Palette verschiedener Themenbereiche ständig erweitert.
Das Buch „Wale beobachten-ein Leitfaden zum sanften Whale Watching“ von Fabian Ritter empfehle ich übrigens in den Sachbuchtipps.

Torsten: Bitte Link auf das Wort Sachbuchtipps hier hin:
http://www.magnetator.de/pang-wissen/sachbuch.html

Neben den Ausfahrten kann man auch Segeltörns buchen, bei denen man den Delfinen ebenso begegnet. Außerdem sind Praktika und Seminare, die MEER auf La Gomera veranstaltet, bei verschiedenen Unis anerkannt und können für das Studium angerechnet werden.

Egal ob man La Gomera als Student gezielt wegen der Seminare ansteuert oder Pauschalurlaub verbringt. Die Tour mit M.E.E.R. zu den Walen und Delfinen sollte man auf keinen Fall versäumen. Hier einige Internettipps zum Thema:

Super Website! Alles rund um MEER: www.m-e-e-r.de
Reiseagentur von Susanne S. Braack: www.wellenreiterreisen.de
Wandern auf La Gomera: www.timah.net
Biken auf La Gomera: www.bike-station-gomera.de

Markus R. Hartmann

Kontakt:

M.E.E.R. e.V. Berlin
Fabian Ritter
Bundesalle 123
D-12161 Berlin
Tel. & Fax: + 49 (0)30 / 85 07 87 55 
Email: info@me-e-r.de
Internet: www.m-e-e-r.de

Wellenreiterreisen La Gomera
Apdo de Correoa 43
E-38870 Vueltas/Valle Gran Rey
La Gomera
Tel. & Fax: + 34 (0) 922 805 717
Mobil: +34 (0) 649 288 852 (zeitweise)
Email: info@wellenreiterreisen.de
Internet: www.wellenreiterreisen.de

Prospektbestellung in Deutschland :
Wellenreiter Reisen - Garnet Gorzelniaski
Zur Johannismühle 5
D-24943 Flensburg
Tel.: + 49 (0)461/ 182 7683
Fax: + 49 (0)461/ 182 8066


 

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